SPD testet die Bodenseegürtelbahn

Veröffentlicht am 21.01.2017 in Presseecho

Schwäbische Zeitung vom 21.01.2017     Lydia Schäfer

Die Schwäbische Zeitung berichtet in Ihrer Ausgabe vom 21.01.2017 vom Start der Testfahrt im Häfler Bahnhof.

Verspätungen, Zugausfälle, Defekte, wenig Platz: Genossen machen sich ein Bild von der Situation in den Zügen

Friedrichshafen sz Mitglieder der SPD Bodenseekreis haben am Freitag die Bodenseegürtelbahn getestet. Im Fokus der Fahrt von Friedrichshafen nach Radolfzell standen nicht nur die Züge, sondern auch die einzelnen Haltestationen und Bahnhöfe. Vor Abfahrt informierten Norbert Zeller, Dieter Stauber und Werner Nuber von der SPD über den Stand der Dinge der Bodenseegürtelbahn (BGB) und der Südbahn, geplante Baumaßnahmen am Häfler Bahnhof und über Kritikpunkte aus Reihen der Bürgerschaft.

Mitglieder der SPD Bodenseekreis fahren mit der Bodneseegürtelbahn von Friedrichshafen nach Radolfzell.
Mitglieder der SPD Bodenseekreis fahren mit der Bodenseegürtelbahn von Friedrichshafen nach Radolfzell.
Lydia Schäfer

„Die Bodenseegürtelbahn ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Mobilität, aber es liegt auch vieles im Argen“, begrüßt Norbert Zeller die Anwesenden im Häfler Bahnhof. Die Bodenseegürtelbahn von Radolfzell nach Friedrichshafen sei die größte Schwachstelle im Verkehr am See. Fahrgäste bemängelten die Verspätungen, Zugausfälle, defekte Waggontüren und in den Rush-Hours, während des Berufspendelverkehrs, zu wenig Platzangebote. „Wegen der wechselnden Abfahrtszeiten sprechen die Leute schon vom „Humpeltakt“, sagt Norbert Zeller. Die Wiederherstellung sämtlicher Ausweichstellen für Züge, die es bis vor 30 Jahren noch gegeben habe, würden hier schon für Abhilfe schaffen. Zumal die Baukosten dafür überschaubar seien. „Doch trotz aller Kritikpunkte ist die Anzahl an Fahrgästen gestiegen, was die Wichtigkeit der BGB hervorhebt.“

Werner Nuber und Dieter Stauber informierten über den Bahnhof in Friedrichshafen. Nuber lobte die Infrastruktur im direkten Umfeld des Bahnhofs. Es gebe zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, ebenso könne man sich direkt im Wartebereich mit Kaffee und Snacks versorgen, drei EC-Automaten befänden sich im näheren Umfeld des Bahnhofs, davon einer direkt im Bahnhof, es gebe sechs Fahrkartenautomaten, in unmittelbarer Nähe sei ein Parkhaus, die Wartehalle sei beheizt, und von den frühen Morgenstunden an bis Mitternacht geöffnet, ferner wäre in den Abendstunden immer ein Sicherheitsdienst vor Ort und auch die Anbindung an den Busverkehr sei übersichtlich gestaltet. „Für eine Stadt unserer Größenordnung, kann sich das sehen lassen“, sagt Nuber. Einige Mängel gebe es aber dennoch: keine Wickelmöglichkeiten für Familien mit Kleinkindern, keine Fahrkartenautomaten auf den Wartesteigen direkt am Gleis und auch keinen Windschutz. Ferner sei der Haupteingang Richtung Busbahnhof nicht überdacht. Auch Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand wünschte sich hier eine überdachte Lösung. „Das ist eine Komfortmaßnahme, die man erfüllen sollte“, sagte er.

Bahnhofsausbau beginnt 2019

Der Häfler Bahnhof wird ausgebaut. „Baubeginn ist 2019 und der geplante Abschluss im Jahr 2021“, informiert Dieter Stauber. Es werde ein Erhöhung der Bahngleise geben, die einen barrierefreien Ein- und Ausstieg garantieren, ebenso sollen die Dächer, Beleuchtung und die Bahnsteigzugänge mit Treppen und Aufzügen erneuert werden.

Der Bahnhof aus dem Jahr 1848 steht unter Denkmalschutz. Er wurde mit einem repräsentativen begrünten Vorplatz gebaut. „Für die Neugestaltung des Uferparks mit Friedrichstraße und Bahnhofsvorplatz ist ein Ideenwettbewerb mit nachgeschalteten Workshop ausgeschrieben“, sagt Stauber. Ferner soll ein Fahrrad-Parkhaus für 120 Räder im Osten des Bahnhofs entstehen. „Das ist ein Ersatz für die bisherigen 40 abschließbaren Fahrradboxen und die 110 überdachten Fahrradstellplätze“, weitere Abstellplätze seien im Norden des Bahnhofs vorgesehen.

In Fischbach ist zudem eine Bahnunterführung geplant, die hierfür veranschlagten Kosten belaufen sich gut 2.6 Millionen Euro. Die Baumaßnahmen in Friedrichshafen wurden mit 10,3 Millionen Euro veranschlagt, davon trage die Deutsche Bahn AG 6,6 Millionen, die Stadt Friedrichshafen 2,7 Millionen und das Land eine Million Euro.

 

 

 
 

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